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Stefan Länzlinger

Vom «Gurkensalat» zum Kulturgut – Das Archiv des Videoladens Zürich

Videoladen Zürich, NZZ-Demo 9.6.1980, Zürich, Teil 4/4 (Videostill)

Videoladen Zürich, NZZ-Demo 9.6.1980, Zürich, Teil 4/4 (Videostill)

Nachts, verwackelte Aufnahmen: Strassenbeleuchtung, Autoscheinwerfer und die Neonlichter der Hausbeschriftungen zeichnen Schlieren ins Bild. Ab und zu sind schemenhaft Polizisten im Kampfmontur zu erkennen, vereinzelt huschen Passant:innen durchs Bild, Autos machen in der Nähe der Kamera einen U-Turn, weil offenbar die Strasse blockiert ist.

Zu sehen ist sonst – nichts! Visuell gibt das rund 10minütige Videoband kaum was her. Die Dunkelheit und die Kameraoptik verhindern bessere Aufnahmen. Viel aufschlussreicher dagegen ist die Tonspur. Wir hören Megaphondurchsagen, Schreie und zu Beginn auch das Geräusch von klirrend zerspringendem Glas. Der Kameramann ist in einer Gruppe unterwegs und unterhält sich mit anderen Personen über das, was gerade vorfällt. Aus diesen Kommentaren, den Geräuschen und den spärlichen visuellen Eindrücken lässt sich auch ohne Kontextinformation erahnen, dass wir hier einem Konflikt zwischen der Polizei und Dritten beiwohnen. Die verbalen Auseinandersetzungen zwischen dem Videoteam und der Polizei erklären einiges: Die Filmenden outen sich als «Mir sind vom Videolade» und fordern als Vertreter der Presse Anwesenheitsrecht und Schutz vor Polizeigewalt. Dass sie vor Ort sind, ist der Polizei offenbar ein Dorn mit Auge: Mehrfach wird das Videoteam mehr oder weniger bestimmt aufgefordert, zurückzugehen oder mit dem Filmen aufzuhören. Absichtlich zündet die Polizei mit Taschenlampen direkt in die Kameralinse – offensichtlich ist ihr bekannt, dass gebündeltes Licht die Objektive von Videokameras schädigen kann.1 Aber auch von anderer Seite schlägt den Filmenden Skepsis entgegen: «Hey, was filmed ihr da!?», moniert eine jugendlich wirkende Stimme.

Die Tonspur vermittelt den Eindruck einer bedrohlichen Situation kurz vor einem Gewaltausbruch. Das Filmteam berät über mögliche Fluchtwege, bespricht das Verhalten bei einem Tränengasangriff und schwankt zwischen Bleiben und «Abhauen». Man ist sich bewusst, dass die Aufnahmen nicht viel taugen und kommentiert sarkastisch: «Das sind spitze Ufnahme, das isch’s wieder wert…» Gleichzeitig weiss man auch um die Macht des bewegten Bildes. Die Tat eines offensichtlich übergriffigen Polizisten kommentiert jemand mit: «Mir händ en uf em Band, er chunt am Fernseh!» Bespielte Bänder wurden schon weggebracht, um sie dem Zugriff der Polizei zu entziehen.

Videoladen Zürich, NZZ-Demo 9.6.1980, Zürich, Teil 4/4 (Videostill)

Die beschriebene Aufnahme auf einem U-Matic-Band stammt aus dem Bestand Videoladen Zürich.2 Sie trägt den Titel NZZ Demo und entstand am 9. Juni 1980. Die Kassette gehört mit rund 200 weiteren Bändern zu einem Bestand, der 2023 digitalisiert wurde und sich mittlerweile im Schweizerischen Sozialarchiv befindet. Es handelt sich um etwa 100 Stunden Videomaterial – vom Rohmaterial wie eingangs beschrieben über fertige Werke bis hin zu Bändern, deren ursprünglich intendierter Verwendungszweck sich nicht mehr ohne weiteres erschliesst. Seit 2023 ist auch das textbasierte Archiv des Videoladenkollektivs (Protokolle, Projektunterlagen und Presseberichterstattung) aufgearbeitet und zugänglich.3 Eine solche umfassende Archivierung schriftlicher und audiovisueller Quellen eines Videokollektivs aus aktivistischem Umfeld ist ungewöhnlich – und aufwändig. Lohnt sich das? Ein genauer Blick in den Bestand gibt Aufschluss.

Prolog I: Die Jugendbewegung

Ohne Jugendbewegung ist das Videoladenarchiv nicht denkbar. Die Ereignisse, die 1980 und in den Folgejahren viele europäische Städte und auch die Schweiz in Aufruhr brachten, sind gemeinhin als «80er-Bewegung» bekannt. In Zürich entluden sich die über Jahre angestauten Frustrationen vieler Jugendlicher ab Mai 1980 auf der Strasse und hielten die Stadt fast zwei Jahre lang in Atem.4 Im Zentrum des Protests stand die Forderung nach einem autonom verwalteten Jugendhaus und einer gerechteren Verteilung von städtischen Kulturfördermitteln. In Zürich fehlte es ausserdem an Möglichkeiten, Konzerte und alternative Kulturveranstaltungen durchzuführen. Das Fass zum Überlaufen brachte eine städtische Vorlage, 60 Millionen Franken für die Sanierung des Opernhauses zur Verfügung zu stellen, während die Anliegen der Jugendlichen einmal mehr nicht berücksichtigt wurden. Am Abend des 30. Mai 1980 kam es zum sogenannten Opernhaus-Krawall. Das Muster dieses Ereignisses wiederholte sich in den folgenden Monaten mehrfach: Jugendliche formierten sich zu einer Demonstration auf der Strasse; die Polizei reagierte mit Wasserwerfern und Tränengas; die Jugendlichen liessen ihren Frust u.a. an Schaufenstern und städtischem Mobiliar aus. Beide Seiten hielten wenig von deeskalierendem Vorgehen. Der Polizei wurde übertriebene Härte im Umgang mit den Demonstrierenden vorgeworfen, den Jugendlichen blindwütige Zerstörungswut. Staatsverdrossenheit und Ablehnung jeder Autorität äusserten sich auch in Slogans wie «Macht aus dem Staat Gurkensalat», die im Stadtbild in Form von Graffitis omnipräsent waren.

Macht aus dem Stadt Gurkensalat, Hüttenwand einer provisorischen Siedlung in der Sihl, 14. Mai 1981 (Foto: Gertrud Vogler) https://www.bild-video-ton.ch/bestand/objekt/Sozarch_F_5107-Na-09-008-005

Dem Druck der Strasse gaben die sichtlich überforderten Behörden in Kürze nach: Schon einen Monat nach dem Opernhaus-Krawall eröffnete das Autonome Jugendzentrum (AJZ) an der Limmatstrasse unmittelbar hinter dem Hauptbahnhof. Dessen wechselhafte Geschichte mit zwischenzeitlichen Schliessungen und Wiedereröffnungen, dem schicksalhaften Einnisten der Drogenszene und Dauerproblemen beim Unterhalt einer dringend sanierungsbedürftigen Liegenschaft endete im März 1982 mit dem von der Stadt verfügten Abbruch.

Prolog II: Der Videoladen

Ein Teil der Videoladen-Crew am Standort Weberstrasse, 23.3.1983 (Foto: Gertrud Vogler) https://www.bild-video-ton.ch/bestand/objekt/Sozarch_F_5107-Na-04-143-019

Einen wesentlichen Anteil an der guten Quellenlage zur 80er Bewegung hat die unermüdliche Arbeit des Videoladens. Das Kollektiv5 entstand 1976 aus einem an der Universität Zürich durchgeführten Seminar «Video-Praxis»; zuerst als Verein Video-Zentrum Zürich, dann nach der Gründung einer Genossenschaft als Videoladen.6 Programmatische Schriften über Ziel und Zweck des Zusammenschlusses fehlen fast durchgehend.7 Glücklicherweise gibt es zwei hervorragende Selbstdarstellungen auf Video: Zunächst entstand 1981 Filmifilm.8 Der Titel zeugt vom damals eher als provisorisch taxierten Zwischenstand des Festgehaltenen; jedenfalls wurde das Video nicht weiter gebraucht oder veröffentlicht. In Filmifilm äussert sich der Videoladen zu seiner Mission: Man wollte in erster Linie linken Gruppierungen ein möglichst grosses Spektrum an Dienstleistungen für die Videoarbeit zur Verfügung stellen. Das umfasste die kostengünstige Ausleihe des Equipments, Auftragsarbeiten oder die Beratung bei Vorbereitungsarbeiten zu einem Video. Eigene Produktionen des Videoladens standen im Hintergrund.9

Bis Mai 1980 waren eigene Produktionen des Videoladens entsprechend überschaubar. Dann aber nahm der Output rasant zu. Weit mehr als die Hälfte der gesamten Produktion entstand zwischen Mai 1980 und dem Abriss des AJZ im März 1982. Der Meilenstein dieser Phase ist unbestritten Züri brännt.10 Der Kommentar von Silvano Speranzo, die innovative Überblendungs- und Montagetechnik des zuvor während eines halben Jahres gesammelten Materials, die Verfremdungseffekte mit found footage – sie sind längst legendär. Als Zeitdokument über das bewegte Jahr 1980 ist Züri brännt so unverzichtbar, dass das Video 2005 restauriert und als DVD veröffentlicht wurde.11 Ab Mitte 1982 folgte eine dritte Phase der Neuorientierung und der Ausdifferenzierung der Bedürfnisse. Einzelne Kollektivmitglieder wollten «richtige» Filme machen, andere hofften auf weitere attraktive Inhalte aus den sozialen Bewegungen. In einem fliessenden Übergang entstand Ende 1980er Jahre der Videoladen als Produktionsfirma, die bis heute besteht.

Prolog III: Bewegungsvideo auf dem Weg zum Kulturgut

In der zweiten Hälfte der 1990er Jahre lancierte der Zürcher Ethnologe und Videoaktivist Heinz Nigg das Projekt Stadt in Bewegung, dessen Ziel es war, ausgewählte Werke von Videokollektiven und Einzelpersonen zur Jugendbewegung in der Schweiz der 1980er Jahre vor dem Zerfall zu retten. Er beschritt damit den vom Archivstandpunkt her gängigen Weg: Er eruierte in der ganzen Schweiz, wo es Videomaterial zu diesem Thema gab, und initiierte nach einer vorgängigen Auswahl die Digitalisierung der Halbzollbänder, der U-Matic- und VHS-Kassetten. Es entstand eine Sammlung von knapp 100 Bändern aus der Deutschschweiz, die schon länger online zugänglich ist.12 Als späten Nachhall auf Stadt in Bewegung veröffentlichte Nigg 2017 das Buch und die Webseite Rebel Video, in dem er die heimische Community-Video-Szene mit den Entwicklungen in Kanada, den USA und in Grossbritannien in Beziehung setzte und verdienstvollerweise mit den Protagonist:innen jener Zeit ausführliche Videointerviews führte.13

Nach welchen Kriterien man Ende der 1990er Jahre das Material selektionierte, ist nicht klar. Die Sammlung selber lässt folgende Schlüsse zu: Berücksichtigt für Stadt in Bewegung wurden ‹fertige› Werke, die entweder Ereignisse (Demonstrationen, Häuserbesetzungen) dokumentierten oder sich einem Thema (Verkehrslärm, Polizeigewalt) widmeten. Ausserdem war die Sammlung offen für künstlerisch-essayistische Arbeiten. Wie bei jedem Auswahlprozess fiel bei Stadt in Bewegung einiges durchs Raster. Im Falle des Videoladenarchivs ging man einen anderen Weg: Es sollte möglichst alles für die Nachwelt erhalten bleiben, darunter auch explizit als Rohmaterial verstandenes Material oder ‹Unfertiges›.

Der Videoladen als ‹Laden› – erste Eigenproduktionen (1976 bis Mai 1980)

In den ersten Jahren stand für den Videoladen die Ausleihe der Produktionsmittel für die Videoarbeit an progressive Organisationen im Vordergrund, um im Sinne des damals hippen Konzepts der Gegenöffentlichkeit zu einer alternativen Berichterstattung beizutragen. Dazu gehörten u.a. Kurse, in denen Interessierte den Umgang mit Videorekorder und Tonband kennenlernen konnten. Eigenproduktionen gab es kaum. 1979 entstand Waffechilbi.14 Die fast einstündige Kompilation, die an verschiedenen Standorten und Tagen entstand, verstand sich als kritischer Kommentar zur Waffenschau der Armee mitten in Zürich. Der Videoladen filmte am Bellevue, auf dem Paradeplatz und beim Bürkliplatz. Einen Grossteil nehmen Statements von Besuchenden ein. Befragt werden sowohl Armee-Befürworter:innen wie auch -Gegner:innen. Die offensichtlich ungeschnittene Version enthält auch Bild- und Tonausfälle und dokumentiert, wie die Videoladen-Crew an einer Demonstration teilnimmt und dann schnellen Schrittes flüchten muss.

Weitere Eigenproduktionen thematisieren die Besetzung eines Bauplatzes am Milchbuck15 und ein Treffen von verschiedenen Bürgerinitiativen in Seebach.16 Ebenso dokumentiert wurde die Sperrung der Langstrassen-Unterführung durch die Gruppe Luft & Lärm im April 1980 – unmittelbar vor dem offiziellen Ausbruch der Zürcher Unruhen.17

Die Themenwahl dieser frühen Produktionen war eine Reaktion auf die als einseitig empfundene mediale Berichterstattung. Eine kritische Reportage über eine Waffenschau der Schweizer Armee unter einem negativ konnotierten Titel wie Waffechilbi wäre in der Presse oder im Fernsehen undenkbar gewesen. Allerdings blieb die Reichweite der Eigenproduktionen bescheiden und scheint kaum über die Eingeweihten hinausgegangen zu sein. Es fehlte an Vorführräumen und kaum ein Kino war mit einem Beamer ausgerüstet, der die Projektion von Video möglich gemacht hätte. Erst mit Video uf de Gass erreichte der Videoladen ein grösseres Publikum.18 Die pamphletartigen Kurzporträts der Kandidaten für die Zürcher Regierungsratwahlen wurden an den verschiedensten Standorten im Kanton Zürich in einem vom Videoladen organisierten Videobus gezeigt.

Der Videoladen als embedded videographer der Jugendbewegung (Mai 1980 bis April 1982)

Im Pulverfass der 80er Bewegung und in der schier unglaublichen Ereignisdichte fand der Videoladen aus der Sinnkrise zu einer neuen Berufung.19 Die ideologische Ausrichtung des Kollektivs, die Bedürfnisse der Jugendbewegung nach einer Darlegung der Dinge aus ihrer Sicht und die Dringlichkeit ihrer Anliegen fügten sich nahtlos ineinander. Die Produktion des Videoladens explodierte: aus knapp zwei Jahren sind 110 bespielte Bänder erhalten. Die unmittelbare Verfügbarkeit von Video (im Vergleich zum Film oder zu Print), die Kommunikationsmethoden und die Entscheidungsforen der Jugendlichen waren wie füreinander geschaffen. Der Videoladen wurde innert Tagen zum embedded videographer der Bewegung.

Zum Kerngeschäft entwickelte sich einerseits die Begleitung von Demonstrationen. Die eingangs beschriebenen Aufnahmen sind typisch für das neue Rollenverständnis des Videoladens: Sachlich stand man eindeutig auf Seite der Jugendlichen, als offizielle Position und für Verhandlungen mit den Ordnungshüter:innen berief man sich auf den Status der neutralen Pressebeobachter:in. Die Aufnahmen folgten vorläufig dem Motto film now – ask later why. Ein Konzept für eine allfällige spätere Verwendung fehlte verständlicherweise – der Videoladen war von den Ereignissen ebenso überrumpelt wie alle andern. Vorerst genügte das blosse Dokumentieren der Ereignisse.

Marcel Müller vom Videoladen an einer Demonstration, Limmatquai Zürich, 12.4.1981 (Foto: Michel Fries) https://www.bild-video-ton.ch/bestand/objekt/Sozarch_F_5111-005-025

Der Ort, an dem die Aufnahmen nötigenfalls noch gleichentags aufgeführt werden konnten, war die Vollversammlung. Da die Bewegung sich als strikt basisdemokratisch verstand, musste ein Forum des Austausches und der Entscheidungsfindung her. Die Vollversammlung etablierte sich von Beginn an als dieser Ort. Allein im Juni 1980 filmt der Videoladen an sieben Vollversammlungen (am 4., 7., 9., 12., 14., 18. und 21.) – zumindest teilweise: Vollversammlungen dauerten gut und gerne mehrere Stunden. Bisweilen langfädige und zermürbende Diskussionen fanden meist erst mit einer Abstimmung ihr Ende. Eine besondere Herausforderung war die Projektion der Videos an den Vollversammlungen. Sie erforderte einen Beamer – damals gewaltige Ungetüme. Der Videoladen konnte auf die Dienste eines Angestellten eines Unterhaltungselektronikanbieter zurückgreifen, der jeweils den An- und Abtransport und die langwierigen Einstellungen am Gerät übernahm.

Züri-Tribunal im Volkshaus: Im Vordergrund ist der Beamer zu sehen, 12.2.1981 (Videostill)

Die Aufnahmen zeigen vordergründig die Voten der Jugendlichen. Meist im Zentrum stehen die Bewältigung des Erlebten (Polizeigewalt, Bespitzelung) und die Planung der nächsten Schritte (Demonstrationsrouten und -termine, nach der AJZ-Eröffnung auch Probleme im Haus). Quasi frei Haus liefert das Rohmaterial auch viel Interessantes abseits dieser Hauptthemen. An der Open-Air-Vollversammlung vom 14. Juni 198020 auf dem Platzspitz beispielsweise erhalten wir einen Eindruck von der anwesenden Menge – es müssen an diesem Tag wohl 500 Leute gewesen. Die Stimmung ist ausgesprochen friedlich. An diesem sonnigen Tag sitzt das Publikum auf der Wiese, die Redner (tatsächlich und wie so oft: nur Männer) warten diszipliniert, bis sie an die Reihe kommen. Andere Gruppierungen sind ebenfalls anwesend und machen auf ihre politischen Anliegen aufmerksam. Einer der Sprecher äussert sich zum Thema Militanz an der geplanten nächsten Demonstration. Seine Aussagen sind ein schönes Beispiel für die zeitgenössische Wortwahl und das Mindset vieler Bewegter:

Ich meinte, wenn wir ans Bellevue gehen, könnte das zu einem Ausbruch führen, den wir vielleicht nicht mehr verkraften könnten. Ich zähle mich zur militanten Gruppe [unverständlicher Teil wegen Bildfehler], dass wir untereinander auch ein bisschen plaudern, dass wir untereinander in Gruppen einen Vino trinken, einen Joint paffen, eine happy scene haben. […] Ich möchte euch in dem Sinne anturnen, dass ihr Militanz nicht als Dogma auffasst, sondern nur als notwendiges Mittel für den Kampf für einen Frieden unter uns und für eine total lässige Anarchie.21

Die Kamera bewegt sich durch die Menge, filmt auch von hinten. Beiläufig erfahren wir, dass die Gruppe Olten, ein Zusammenschluss von Autor:innen, bereits an einem Buch über die Bewegung arbeitet und Beiträge erbittet. Das Sozialprojekt Speak-Out an der Häringstrasse stellt sich als Infozentrale zur Verfügung. Und die von Künstler:innen betriebene Genossenschaft Produga (Produzentengalerie) ermöglicht das Malen der Transparente in ihren Räumlichkeiten. Die nächsten vier Vollversammlungen sind auf die folgenden Mittwoche terminiert im Theatersaal des Volkhauses. Die Gestaltung der Kommunikation, der Austausch untereinander, die Planung der nächsten Anlässe, die Auseinandersetzung über strittige Punkte: Die Vollversammlung diente ebenso sehr der Selbstvergewisserung und Justierung der eigenen Ziele wie dem Einschwören auf die Feinde: Äusserungen über die Polizei, der Umgang mit Spitzeln oder das Verlesen eines Flugblatt der rechtsbürgerlichen Organisation Trumpf-Buur. Geht es um die «Feinde», ist das Pfeifkonzert der Anwesenden garantiert.

Polizeieinsatz beim AJZ, 21.3.1981 (Foto: Gertrud Vogler) https://www.bild-video-ton.ch/bestand/objekt/Sozarch_F_5107-Na-09-023-031

AJZ-Eröffnung: Die zuständige Stadträtin Emilie Lieberherr im Interview, 28.6.1980 (Foto: Gertrud Vogler) https://www.bild-video-ton.ch/bestand/objekt/Sozarch_F_5107-Na-10-019-002

Von heute unschätzbarem Wert sind auch die Aufnahmen aus dem AJZ selber. Das Experiment mit der Liegenschaft gleich hinter dem Hauptbahnhof stand im gleissenden Rampenlicht des öffentlichen Interesses. Die Jugendlichen hatten sich den autonomen Treffpunkt mit beispiellosem Druck der Strasse innert Wochen erkämpft. Bewegte Bilder aus dem Haus zu erhalten, war für etablierte Medien gar nicht so einfach. Dem Schweizer Fernsehen wie allen anderen etablierten Medien schlug Abneigung entgegen.22 Das Team des US-amerikanischen Senders CBS landete gar gefesselt an einem improvisierten Schandpfahl im Innenhof des Hauses, als die bedauernswerten Reporter einen Bericht über die Ereignisse in Zürich drehen wollten.23 Der Videoladen hingegen hatte im AJZ freie Hand, begleitete die Entwicklungen von Beginn an und fand ein neues Verständnis der eigenen Rolle. Bereits die Aufnahmen von der Eröffnung des AJZ am 28. Juni 1980 gehen weit über das blosse Dokumentieren und Dabeisein hinaus. Der Videoladen initiiert in den rund einstündigen Aufnahmen mehrere Gespräche mit anwesenden Jugendlichen, die sich kritisch über den Zustand (ein Abrissobjekt fast ohne sanitäre Anlagen) und die Grösse (viel zu wenig Platz) des Hauses äussern. Es entsteht ein Dokument mit journalistischen Ansprüchen, das Stimmungen und Statements einfängt, die durch kritische Fragen provoziert werden. Rückblickend geradezu prophetisch äussert sich beispielsweise eine Besucherin: Sie bemängelt den miserablen Zustand des Hauses und die fehlenden Geldmittel (offenbar hatte die Stadt einen Kredit von lediglich 40'000 Franken für die Renovation gesprochen), sah voraus, dass das Experiment in Kürze scheitern werde – und unterstellt dabei den Behörden, absichtlich so gehandelt zu haben.24 Sie ist es auch, die sich der Diskussion mit Emilie Lieberherr, der ebenfalls anwesenden zuständigen Stadträtin, stellt.25 Die matriarchal auftretende Lieberherr bestätigt zwar den schlechten Zustand der Liegenschaft, weist aber jede Verantwortung zurück und sagt lapidar: «Das isch, was d’Jugend hät welle.»

Auch atmosphärisch sind die Aufnahmen aufschlussreich: Zu Beginn sieht man das Publikum in die Veranstaltungshalle strömen; die Stimmung ist friedlich, man schaut sich um, trinkt ein Bier und plaudert. Einige beginnen bereits mit der Vorbereitung auf die kommenden Renovationsarbeiten und brechen zerborstenes Glas aus den Fensterrahmen, andere richten den Raum für das folgende Konzert ein. Die Kamera fängt auch die für die Bewegung typischen Kommunikationsformen ein: Die Wände sind teilweise bereits mit Slogans vollgesprayt, ein an der Wand platzierter Zettel fordert die Anwesenden zur Mitwirkung bei der Renovation auf. Am Schluss folgt die obligate Vollversammlung, bei der es um die künftige Organisation des AJZ ging.

Im Videoladenarchiv sind zwischen Eröffnung und Abbruch des AJZ (im März 1982) von zehn verschiedenen Daten Aufnahmen erhalten. Vermutlich nach dem fulminanten Durchstarten von Züri brännt schien der Gedanke gereift zu sein, dem AJZ ein eigenes Werk zu widmen. Im Sommer 1981 war Keine Zeiten sich auszuruhn fertig. Das halbstündige Video resümiert das erste AJZ-Jahr mit einem Fokus auf der Zeit nach der Wiedereröffnung im Frühling 1981 und kommt zu einem ernüchternden Fazit:26 Das AJZ drohte zu scheitern. Gründe waren der desolate Zustand der Liegenschaft, Probleme mit Drogenkonsum und -handel auf dem Gelände. Ausserdem gab es konstant ein Gerangel um Geld und Kompetenzen. Die Reaktionen auf Keine Zeiten sich auszuruhn waren gemischt. Viele Involvierte warfen dem Videoladen vor, die Bewegung verraten zu haben.

In dieser ereignisreichen Phase findet der Videoladen Zeit zur eingangs erwähnten filmischen Selbstreflexion Filmifilm. Abgesehen davon, dass sich der Film als Werkkatalog auswerten lässt, auch von Werken, die leider (zumindest momentan) nicht mehr auffindbar sind, zeigt er die permanente Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle und die Entwicklung des Selbstverständnisses des Kollektivs.27 Die eher lieblos ausgewählten und chronologisch aneinandergereihten Ausschnitte sind in eine Abfolge von Schrifttafeln mit selbstreflexiven Fragen eingebettet: «[Sind] wir die Gegö-Archivare? Wozu und für wen?» oder «Mit der Kamera bewaffnet? Fast allein – no future?» Ausserdem dokumentierte man den Aufbruch der Musikszene. 1981 und 1982 fand zweimal das «Züri Monster» statt, ein Musikfestival im Volkshaus. 1981 entstand ein eher traditioneller Konzertfilm.28 Ein Jahr später kam tatsächlich der Auftrag des Schweizer Fernsehens, einen Bericht über das Festival zu machen. Das Resultat war beeindruckend, auch wenn der Monopolsender bei der Ausstrahlung über den eigenen Mut erschrak, einem Videokollektiv den Auftrag erteilt zu haben und glaubte, die Zuschauer:innen vor den ungewohnten Tönen und den teilweise chaotischen Verhältnissen warnen zu müssen.29

Der Videoladen muss ohne Bewegung auskommen (1982 bis 1986)

Der Abbruch des AJZ im Frühling 1982 war für viele Jugendliche in Zürich ein Tiefschlag. Für den Videoladen hatte das Ereignis Einfluss auf das (sich sowieso permanent wandelnde) Selbstverständnis. Generell lassen sich anhand des Archivs und der Selbstdarstellungen drei Entwicklungsstränge festhalten, die nicht isoliert zu betrachten sind, sondern sich gegenseitig beeinflussten, verstärkten oder zu Konflikten führten.

Mehr Individualismus, mehr Kunst: Einzelne Mitglieder drängten darauf, die künstlerischen Mittel des Mediums stärker einzusetzen. Am erfolgreichsten begab sich Samir auf diesen Weg mit den Frühwerken Schiefkörper (1985) und Morlove (1987). Eher enttäuschend verlief ein früher Versuch von Marcel Sieber und Christoph Schaub, ins fiktionale Fach zu wechseln. 1985 entstand auf Sardinien ihr Film Argentiera. Selbst Schaub fand das Resultat «ungeniessbar».30

More of the same but different: Nach dem Fokus auf die Zürcher Ereignisse öffnete sich der Blick wieder über den Tellerrand hinaus, als man sich auf den ursprünglichen Kollektivgedanken zurückbesann, linken Gruppierungen Video als Kommunikationsmittel zur Verfügung zu stellen und progressive Projekte filmisch zu begleiten und zu unterstützen. 1982 entstand im Vorfeld einer Volksabstimmung über den Fortbestand oder Abriss der Liegenschaft ein Porträt über die Genossenschaft Schönegg in Wädenswil.  Das Resultat war eine eher behäbige Propaganda für die Genossenschaft.31 1985 gelang ein aufschlussreiches Werk über das von einem Kollektiv geführte Restaurant Zähringer in der Zürcher Altstadt.32 Das rund halbstündige Video zeigt anschaulich, wie zermürbend Teamsitzungen in hierarchiefreien Betrieben sein können und liefert eher seltene Einblicke hinter die Kulissen. Besonders involviert blieb der Videoladen in einem Hauptanliegen und Dauerbrenner der Jugendbewegung, dem Wunsch nach günstigem Wohnraum. Die Häuserkampfbewegung ist zumindest für Zürcher Verhältnisse erstaunlich gut erforscht.33 Der Videoladen engagierte sich speziell für die 1984 besetzte Liegenschaft Badenerstrasse 2 beim Stauffacher. Es entstand eine inszenierte Gerichtsverhandlung gegen die Hausbesitzer34 und das spielerische Werk No futter,35 in dem die im Zusammenhang der mit Besetzung immer wieder auftauchenden charakteristischen Spitzköpfe die Hauptrolle spielen. 1985 gelingt dann Thomas Krempke und Christoph Schaub mit 1 Lovesong nochmals ein eindrückliches Spätwerk unter dem Dach des Kollektivs. Die beiden verwoben historisches Bildmaterial, found footage, dokumentarische Aufnahmen und Surrealistisches zu einem kleinen Meisterwerk.

"Spitzkopf" am Stauffacher, 11.2.1984 (Bild: Gertrud Vogler) https://www.bild-video-ton.ch/bestand/objekt/Sozarch_F_5107-Na-14-051-001

Dokumentationen: Ein weiterer Schritt Richtung zukünftigem Videoladen waren die Dokumentationen, die thematisch nicht im Zentrum der Bewegung lagen. 1982 widmete sich der Videoladen in Nachwuchs den Teddys, den erklärten Feinden aller linken Gruppierungen.36 Es entstand ein ruhiger und differenzierter Film, der nicht überall auf Gegenliebe stiess: Entfernte sich der Videoladen als verlässlicher ideologischer Bewegtbildlieferant von der Bewegung? Eher uninspiriert gerieten 1983 die Dokumentation über Konzerte oder eine Computerwoche in der Roten Fabrik37 und 1985 das Porträt der Bäckeranlage.38 – Mit der dreiteiligen Selbstreflexion und Selbstdarstellung Freeze endet 1986 das erste Jahrzehnt des Videoladens. Von Samir moderiert, hält die Videoladen-Crew zum zweiten Mal (nach Filmifilm) Rückschau. Im Videoladenarchiv ist ergänzend zur geschnittenen Version das Rohmaterial der Aussagen von einzelnen Kollektivmitgliedern vorhanden.39 Inoffiziell endete damit auch die Phase des Videoladens als aus dem Groove der 1970er Jahren entstandenem Kollektiv mit eindeutiger politischer Ausrichtung. In Zukunft wird sich der Videoladen auf die Vermietung von Equipment und Schnittplätzen konzentrieren und vor allem die Produzentenrolle von Videos und Filmen einnehmen.

Kulturgut – und nun?

Die Hinterlassenschaft des Videoladens Zürich umfasst rund 100 Stunden Videomaterial – hauptsätzlich aus dem Jahrzehnt nach 1976. Damit steht in Europa wohl die kompletteste Dokumentation eines Bewegungskollektivs aus dem Videobereich der Öffentlichkeit zur Verfügung.40 Das Material bereichert die Quellenfülle zur Jugendbewegung der 1980er Jahre und ihrer Vorgeschichte und ermöglicht neue Aufschlüsse zu verschiedenen Aspekten. Vor allem das unbearbeitete Rohmaterial liefert viel (vermutlich nicht intendierten) Beifang: In wenigen Minuten erfahren wir, wie das AJZ bei der Eröffnung aussieht, welches Interieur vorhanden ist (oder fehlt), wie der Zustand des Hauses ist. Wir sehen, welche Aktivitäten zur Vorbereitung unternommen werden und wie sich die Gäste verhalten. Der Überschuss an Information findet seine Fortsetzung auf der Tonspur: Welche Musik läuft gerade? Wer sagt was und (vor allem wie) während der Interviews? Die Aufzählung liesse sich fortsetzen und gilt für viele der geretteten Bänder. Die Aufnahmen sind, ähnlich wie das zahlreich vorhandene fotografische Material, immersiv. Was die Gesellschaft, die Forschung und die Kunst damit anzufangen weiss, bleibt abzuwarten. Das Potenzial ist gross!

  1. Sieber, Markus, «Medienarbeit als eine Form sozialen Handelns. Zur Arbeit des Videoladens in der Jugendbewegung», in: Cinema 3/1980. Ruhestörung. Arbeit mit Video, S. 10-22, hier S. 14.
  2. NZZ-Demo (Videoladen, Schweiz, 1980), https://www.bild-video-ton.ch/bestand/objekt/Sozarch_F_9049-012 (30.05.2025). Alle im Folgenden genannten Dokumente befinden sich im Schweizerischen Sozialarchiv, die Links verweisen auf die online zugänglichen Datenbankeinträge.
  3. https://www.findmittel.ch/archive/archNeu/Ar721.html (30.05.2025).
  4. Ursachen und Ereignisse sind gut dokumentiert, z.B. hier: Nigg, Heinz, Wir wollen alles aber subito, Zürich, Limmat Verlag, 2001. Koller, Christian, Vor 40 Jahren: Züri brännt, 2020, https://www.sozialarchiv.ch/2020/03/01/vor-40-jahren-zueri-braennt/ (30.05.2025), inkl. einer ausführlichen Bibliografie und einem Quellenverzeichnis.
  5. Die Zusammensetzung des Kollektivs änderte sich selbstredend immer wieder. Im Booklet zu Züri brännt sind (vermutlich für die Zeit der Entstehung des Videos 1980) erwähnt: Martin Witz, Ronnie Wahli, Markus Sieber, Werner Schweizer, Marcel Müller, Patrizia Loggia, Thomas Krempke, Nelly Brandl, René Baumann. DVD Züri brännt, Videoladen Zürich, 2005.
  6. Quellenmaterial zum erwähnten Seminar siehe: Ar 721.10.8, Arbeitsbericht Video Praxis, Publizistisches Institut Universität Zürich, 13.11.1976 – 14.3.1977: https://www.findmittel.ch/archive/archNeu/Ar721.html
  7. Im Schriftgutbestand existieren zwei Flugblätter, die aber eher Auflistungen von Dienstleistungen sind: Ar 721.10.5, Projekte 1978-1992: https://www.findmittel.ch/archive/archNeu/Ar721.html; Markus Sieber äussert sich im Sommer 1980 so: «Video ist ein Massenmedium. Im Rahmen der Jugendbewegung setzen wir es erstmals auch im Dienste einer Masse ein. Die Art des Einsatzes könnte man ‹intervenierendes Filmen› nennen, unsere Filme ‹Interventionsfilme›», Sieber 1980, S. 22.
  8. Filmifilm (Videoladen, Schweiz, 1981), https://www.bild-video-ton.ch/bestand/objekt/Sozarch_F_9049-104 (30.05.2025).
  9. Filmifilm (Videoladen, Schweiz, 1981), ab TC 00:01:12. Zum Verhältnis von Theorie und Praxis äussert sich auch Videoladenmitglied Werner Swiss Schweizer in einem Interview mit Carsten Does von 1999, publiziert auf: http://www.hybridvideotracks.org/2001/archiv/swiss.pdf (13.9.2025).
  10. Siehe u.a.: Rudin, Dominique, Video Heterotopia, 1970-1995, Basel 2019, S. 97-257. Zur Presseberichterstattung siehe: Sozarch Ar 721.10.23, Presseberichte Züri brännt, https://www.findmittel.ch/archive/archNeu/Ar721.html
  11. DVD Züri brännt (Videoladen, Schweiz, 2005). Das Booklet ist informativ und enthält Hintergrundinformationen zu Produktion und Rezeption.
  12. https://www.bild-video-ton.ch/bestand/signatur/F_Videos (30.05.2025)
  13. Nigg, Heinz, Rebel Video, Die Videobewegung der 1970er- und 1980er Jahre, Zürich, Scheidegger & Spiess, 2017. Die Videos sind integral zugänglich online: https://www.rebelvideo.ch/ (30.05.2025)
  14. Waffechilbi (Videoladen, Schweiz, 1979), https://www.bild-video-ton.ch/bestand/objekt/Sozarch_F_9049-213 (13.06.2025)
  15. Hütet euch am Milchbuck (Videoladen, Schweiz, 1976), https://www.bild-video-ton.ch/bestand/objekt/Sozarch_F_9049-192 (13.06.2025).
  16. Bürgerinitiativen-Treffen in Seebach (Videoladen [?], Schweiz, 1976) https://www.bild-video-ton.ch/bestand/objekt/Sozarch_F_9049-192 (13.06.2025).
  17. Langstrasse I & II (Videoladen, Schweiz, 1980), https://www.bild-video-ton.ch/bestand/objekt/Sozarch_F_9049-001 (13.06.2025).
  18. Video uf de Gass (Videoladen, Schweiz, 1979), https://www.bild-video-ton.ch/bestand/objekt/Sozarch_Vid_V_067 (13.06.2025).
  19. Sieber 1980, S. 12.
  20. Vollversammlung Platzspitz (Videoladen, Schweiz, 14.06.1980), https://www.bild-video-ton.ch/bestand/objekt/Sozarch_F_9049-013 (31.05.2025).
  21. Vollversammlung Platzspitz (Videoladen, Schweiz, 14.06.1980), https://www.bild-video-ton.ch/bestand/objekt/Sozarch_F_9049-013, ab 00:33:02.
  22. Sieber 1980, S. 15.
  23. CBS-action (Videoladen, Schweiz, 1980) 12.08.1981, https://www.bild-video-ton.ch/bestand/objekt/Sozarch_F_9049-065.
  24. AJZ-Eröffnung 28.06.1980 (Videoladen, Schweiz, 1980), https://www.bild-video-ton.ch/bestand/objekt/Sozarch_F_9049-047, ab 00:12:32.
  25. AJZ-Eröffnung 28.06.1980 (Videoladen, Schweiz, 1980), https://www.bild-video-ton.ch/bestand/objekt/Sozarch_F_9049-047, ab 00:19:06.
  26. Keine Zeiten sich auszuruhn (Videoladen, Schweiz, 1981), https://www.bild-video-ton.ch/bestand/objekt/Sozarch_Vid_V_041. In Freeze äussert sich einer der Beteiligten deutlich: «Als wir den Film über das Zürcher AJZ machten, hat uns das, was im AJZ gelaufen ist, irrsinnig angeschissen.», Freeze, Dokumentation einer Geschichte, Teil 2/3 (Videoladen, Schweiz, 1986), https://www.bild-video-ton.ch/bestand/objekt/Sozarch_Vid_V_028-2, ab 00:28:16.
  27. Zum Zeitpunkt des Erscheinens (Nov. 2025) sind folgende Werke des Videoladens nicht greifbar (laut Filmifilm und Freeze): Studenten und Arbeiterklasse (1976), Handgreiflich gegen Videofilmer (1977), Lärm und Gestank im Kreis 4 (1977), Podiumsgespräche Arbeitsgruppe 3. Welt – Motor Columbus (1978), Malaktion Kalkbreite & Abriss (1978), Kaserneninitiative (1978), TAT-Streik (1978), Berufsverbot – Redeverbot – Denkverbot (1979), Dom (1979), Dr. Drakons Gruselkabinett (1979), Hochschulsituation in Zürich (1979), Barométrique (1981), Family Suitcase (1982).
  28. Züri-Monster (Videoladen, Schweiz, 1981), https://www.bild-video-ton.ch/bestand/objekt/Sozarch_F_9049-112.
  29. Züri-Monster (Videoladen, Schweiz, 1982), https://www.bild-video-ton.ch/bestand/objekt/Sozarch_F_9049-113.
  30. Schärer, Thomas, Christoph Schaub, Regisseur, «Film ist ein Hoffnungsbusiness», in: Verein Zürich für den Film (Hrsg.), Kultur, Geld und Interessen. Filmpolitik in Zürich, Hier und Jetzt, Baden, 2016, S. 203.
  31. Schönegg (Videoladen, Schweiz, 1982), https://www.bild-video-ton.ch/bestand/objekt/Sozarch_F_9049-107
  32. Kollektiv Café Zähringer (Videoladen, Schweiz, 1985), https://www.bild-video-ton.ch/bestand/objekt/Sozarch_F_9049-085.
  33. Siehe z.B. Stahel, Thomas, Wo-Wo-Wonige!: Stadt- und wohnpolitische Bewegungen in Zürich nach 1968, Paranoia-City-Verlag, Zürich, 2006. Audiovisuell gibt es eine hervorragende Kompilation: Brutschin, Mischa, Allein machen sie dich ein: die Zürcher Häuserbewegung 1979 – 1994: eine filmische Dokumentation in 8 Teilen, Zürich, Rote Fabrik, 2010.
  34. Stauffacher Tribunal, Mai 1984 (Videoladen, Schweiz 1984) https://www.bild-video-ton.ch/bestand/objekt/Sozarch_Vid_V_060, Rohmaterial siehe: https://www.bild-video-ton.ch/bestand/objekt/Sozarch_F_9049-182.
  35. No Futter (Videoladen, Schweiz, 1983 [?]) – Wobei die offizielle Datierung nicht stimmen kann. Der Film ist 1984 oder 1985 entstanden: https://www.bild-video-ton.ch/bestand/objekt/Sozarch_F_9049-083.
  36. Nachwuchs – Ein Videofilm zur Teddy-Szene (Videoladen, Schweiz, 1982), https://www.bild-video-ton.ch/bestand/objekt/Sozarch_Vid_V_049.
  37. Computerwoche in der Roten Fabrik (Videoladen, Schweiz, 1983), https://www.bild-video-ton.ch/bestand/objekt/Sozarch_F_9049-121 (13.06.2025).
  38. Bäckeranlage 7. Juni 1985 (Videoladen, Schweiz, 1985), https://www.bild-video-ton.ch/bestand/objekt/Sozarch_F_9049-084 (13.06.2025).
  39. Rohmaterial für Freeze (Videoladen, Schweiz, 1985), https://www.bild-video-ton.ch/bestand/objekt/Sozarch_F_9049-120 und Gespräche für den Film Freeze (Videoladen, Schweiz 1984/85), https://www.bild-video-ton.ch/bestand/objekt/Sozarch_F_9049-123.
  40. Am ehesten vergleichbar ist das englische Projekt Community Archives, das allerdings die Resultate verschiedener Stadtteil-Videoprojekte und -Kollektive präsentiert: https://www.communityarchives.org.uk/ (14.06.2025). Vom Basler Pendant zum Videoladen, Point de Vue, oder vom Berner Kollektiv Container TV fehlen bislang öffentlich zugängliche Archive.
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